Polizeibeamte versenden persönliche Daten von Kollegen auf ihre privaten Mailadressen

Datenschutzverstoß in der Thüringer Polizei: Laut Medienberichten schickten sich zwei Polizeibeamte Ende vergangenen Jahres die privaten Daten von 134 Kollegen über Dienstmails auf ihre privaten Mailadressen. Bei den Daten handelt es sich um eine sogenannte Alarmdatei. In dieser sind Wohnadresse, private Handy- und/oder Festnetznummern der Polizisten gespeichert. Diese besonders geschützte Datei wird nur bei großen Einsätzen und in Ernstfällen genutzt, um Beamte zügig in den Dienst zu holen. Besonders brisant: Die Betroffenen seien erst Ende Juli über den Vorfall informiert worden!

Datum 22.08.2019
Anzahl Betroffene 134
Name Verantwortlicher Polizeiinspektion (PI) Unstrut-Hainich
Bereich Öffentliche Stellen (Behörden / Kommunen)
Land Deutschland
Auswirkungen 3: substanziell

Quellen:

inSüdthüringen - 18.08.2019

MDR Thüringen - 19.08.2019

 

 


Lesson learned:

Im Falle einer Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten meldet der Verantwortliche unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden die Datenpanne der zuständigen Aufsichtsbehörde, zumindest soweit nicht ein Risiko für die Betroffenen ausgeschlossen werden kann. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten muss ein Prozess zum Umgang mit Datenschutzverletzungen implementiert sein, in dem klar festgelegt wird, wie das Risiko zu bemessen wird und in welchen Fällen neben der Meldung an die Aufsichtsbehörde auch eine Mitteilung an die Betroffenen erfolgt. Wichtig hierbei ist vor allem, dass auch tatsächlich alle Beschäftigten wissen, was unter einer Datenpanne zu verstehen und was im konkreten Fall zu tun ist. Nur so kann sichergestellt werden, dass der knapp gesteckte Zeitrahmen des Gesetzgebers eingehalten wird.

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1: geringfügig Betroffene erleiden eventuell Unannehmlichkeiten, welche sie aber mit einigen Problemen überwinden können.
2: überschaubar Betroffene erleiden eventuell signifikante Unannehmlichkeiten, welche sie aber mit einigen Schwierigkeiten überwinden können.
3: substanziell Betroffene erleiden eventuell signifikante Konsequenzen, die sie nur mit ernsthaften Schwierigkeiten überwinden können.
4: groß Betroffene erleiden eventuell signifikante oder sogar unumkehrbare Konsequenzen, die sie nicht überwinden können.